BDZ-Motor: Leerlaufsteller reinigen
Autor: Andreas Borchard
Ich beschreibe hier die Reparatur eines Leerlaufluftreglers für den BDZ-Motor, der im BX16 mit Magneti-Marelli-Monopoint-Einspritzung von Baujahr 89-90(91) verbaut wurde, der Nachfolger ist der BDY-Motor, der besitzt diesen Leerlaufluftregler nicht mehr, sondern einen Leerlaufschrittmotor, zu dem ich nichts weiteres sagen kann.
Der Leerlaufluftregler sitzt, recht markant, links und etwas erhöht neben der Monopoint-Einspritzung, er ist zylinderförmig und hat einen zweipoligen Stecker. Zwei Luftschläuche münden in ihm, einer kommt vom Luftfilter, der andere geht zur Einspritzung. Er ist mit 3 Kreuzschlitzschrauben (evt. auch Torx) auf einem am Zylinderblock befestigen Blech befestigt. Bei mir ist ein Klebeschild mit der Aufschrift "Solex" auf dem Zylinder.
Probleme mit der Leerlaufluftregulierung können sich unterschiedlich äußern:
a) Motor startet, aber stirbt sofort wieder ab, wenn der Fuß vom Gas genommen wird
b) unruhiger, schwankender Leerlauf, besonders in der Warmlaufphase
c) evt. viel zu hohe Leerlaufdrehzahl - dauernd über 1000 Upm
Alle diese Indizien deuten auf eine Verkokung des Zylinders hin, in dem ein kleiner Kolben von einem Motor auf und nieder bewegt werden soll, um die optimale Leerlaufdrehzahl (ECU - gesteuert) einzustellen. Der Motor wirkt nicht direkt auf den Kolben, sondern er wirkt über Federn - er verschiebt ein Stange in dem Zylinder an dem der Kolben federnd befestigt ist, wenn nun die Zylinderlauffläche verkokt ist, kann sich der Kolben verhaken - im schlimmsten Fall sitzt er ganz fest -> zuwenig oder ständig zuviel Luft - oder er verhakt sich nur zeitweise, dann hat man den schwankenden Leerlauf, weil er sich ruckartig im Zylinder bewegt und die ECU den perfekten Kolbenhub nicht einstellen kann.
Jetzt zur Reparatur:
a) Minus-Kabel von der Batterie abziehen (Vorsicht: Kennst Du Deinen Radiocode und kannst Du Deine Uhr neu einstellen?)
b) Stecker vom Leerlaufluftregler abziehen
c) die drei Kreuzschlitzschrauben lösen
d) die Schellen der Luftschläuche lösen und mit einem dicken Schraubenzieher Luftschläuche wegdrücken, dabei hilft es, wann man gleichzeitig den Zylinder in die abgewandte Richtung dreht
e) wenn die Luftschläuche ab sind, kann man den Zylinder zur Seite aus dem Befestigungsblech herausziehen
f) jetzt haben wir das Teil in der Hand - es ist ein Metallzylinder, der auf einem Kunststofffuß sitzt - in dem Kunstofffuß ist eine kleine Aussparung, in die genau ein kleiner Schraubenzieher paßt - dort setzen wir vorsichtig an und trennen den Fuß vom Zylinder - nicht allen Druck an der Aussparung ansetzen, sondern, nachdem ein kleiner Spalt sichtbar wird, den Fuß ohne zu Verkanten von allen Seiten vorsichtig aushebeln
g) jetzt können wir von unten in den Zylinder hineinsehen - eine 4er-Schraube an der Stange lösen - Vorsicht: Stellung (Tiefe) der Schraube, die Orientierung der Plastikstütze merken und die erste Feder nicht im Motorraum verschwinden lassen...
h) jetzt haben wir freien Blick auf den Kolben, der hat eine Nut auf der Innenseite, dort lassen wir nun einen passenden Schraubenzieher angreifen und versuchen den Kolben vorsichtig nach außen zu befördern - Schraubenzieherspuren an der Zylinderlaufwand vermeiden und Kolben nicht verkanten... - je nach Verkokung ist das nicht so einfach - evt. vorher in Bremsenreiniger oder Reinigungsbenzin Kruste aufweichen - wenn man den Kolben mal hinaus hat, geht alles einfach - einfach wieder hinein und wieder hinaus usw., bis der Kolben wirklich wieder geschmeidig hoch und runter zu bewegen ist
i) Feder, Kunstoffkopf und Schraube wieder einbauen - Kunstofffuß wieder draufdrücken (rastet hörbar ein), in Befestigungsblech zurück, Schläuche drauf, Stecker drauf, Batterie wieder anklemmen und die nächsten paar Tausend ohne dieses Problem fahren!
