Bremsscheiben &-Beläge wechseln - VORNE
Autor: Hendrik Foken
Der Wechsel der vroderen Bremsscheiben- und beläge ist nicht weiter schwierig, allerding müssen einige Punkte genau beachtet werden um die Funktion und Sicherheit der Bremsanlage zu gewährleisten.
Zunächst löst man die Schrauben der Vorderräder und bockt den BX mit freihängenden Vorderrädern auf (Hebebühne oder stabile Böcke;keine Steine, Kanthölzer o.ä. verwenden !)
Dann nimmt man die Vorderräder ab. Um die Arbeit zu erleichtern, sollte man die Lenkung zu der Seite einschlagen, an der man arbeitet.
Die Bremsbeläge sind durch ein Blech gesichert, welches wiederum mit einer kleinen Klammer auf der Innenseite der Bremszange gesichert ist. Man entfernt die Klammer (Nicht verlieren !) und kann dann mit einem Hammer das gewinkelte Blech nach außen heraustreiben. Als nächstes löst man die 2 Stecker der Verschleißanziege (sofern noch vorhanden) und nimmt die Beläge heraus. Dazu drückt man die untere Kante des Belages an die Bremszange (hier wird der Belag von der Metallklammer etwas hochgedrückt) und zieht den Belag oben heraus.
Je nach Zustand der Bremsscheibe (die Mindestdicke von 8 mm bzw. 18,4 mm beim 16V darf an keiner Stelle unterschritten werden, als Faustregel gilt: bei jedem 2. Belagwechsel neue Scheiben montieren) löst man die Befestigungsschraube(n) der Scheibe und nimmt diese von der Radnabe ab (evtl. losschlagen).
Jetzt reinigt man die Auflagefläche der Bremsscheibe an der Nabe, sowie die Flächen an der Bremszange auf denen die Beläge später gleiten sollen. Auch der Haltewinkel muß gründlich gereinigt werden.
Vor allem bei ungleichmäßigem Verschleiß der Beläge sollte man an dieser Stelle prüfen, ob sich der Bremssattel über seinen gesamten Weg leicht verschieben läßt. Ist das nicht der Fall, müssen die Führungen des Bremssattels gangbar gemacht oder erneuert werden. Reparatursätze dafür gibt es beim Citroën-Händler. Außerdem sollte man eine Sichtkontrolle der Handbremsseile durchführen und diese ggf. erneuern.
Das wichtigste ist das Zurückstellen des Bremskolbens. Im Gegensatz zu den hinteren Koloben darf hier nicht einfach gedrückt werden, damit würde man die Mechanik der Handbremse zerstören. Der Kolben muß im Uhrzeigersinn gedrht und dabei zurückgedrückt werden. Das geht ganz gut mit einem breiten Schlitzschraubendreher. Natürlich muß man dabei darauf achten, die Staubmanschette nicht zu beschädigen. Ist der Kolben komplett zurückgestellt, muß er noch korrekt ausgerichtet werden. Im Kolben sind 4 Nuten zu sehen, neben 2 dieser Breiten Nuten sind noch schmale Nuten eingefräst. Diese schmale Nut steht bei korrekter Ausrichtung des Kolbens oberhalb der breiten Nut zur Fahrzeugfront hin.
Die neue Bremsscheibe wird dann eingesetzt und mit den kleinen Schrauben an der Radnabe befestigt. Sollten beide Schrauben abgerissen sein, ist das auch kein Beinbruch. Hauptsache die Scheibe liegt gut an der Radnabe an.
Die neuen Bremsbeläge werden auf der Rückseite sowie an den Flächen die auf der Bremszange gleiten mit Kupferpaste bestrichen und die Metallklammern sowie die Kabel für die Verschleißanzeige montiert. Darauf achten, daß der innere Bremsbelag mit einer Führung versehen ist, die in die Nut des Bremskolbens faßt, der äußere Belag hingegen glatt ist ! Wenn man die Bremsscheiben nicht erneuert, sollte man die Kanten der Beläge mit einer Feile brechen um Quietschgeräusche zu vermeiden.
Beim Einsetzen sollte man mit dem inneren Belag beginnen. Darauf achten, daß die Metallklammer außen auf der Bremszange aufliegt und die Führung in die Nut des Bremskolbens einfaßt. Wenn beide Beläge eingesetzt sind, streicht man den Haltewinkel mit Kupferpaste ein und setzt ihn ebenfalls wieder ein. Dazu unten auf die Beläge gegen die Federkraft der Klammer drücken um oben Platz für den Haltewinkel zu schaffen. Wenn alles gut gereinigt ist, muß sich der Haltewinkel ohne Kraftaufwand mit der Hand einsetzen lassen. Zuletzt nicht vergessen, die Klammer in den Haltewinkel einzusetzen, damit dieser nicht herauswandern kann. Die Kabel der Verschleißanzeige werden unter dem Handbremsseil hindurchgeführt und dort an den gemeinsamen Stecker angeschlossen. Das von außen kommende Kabel wird in die beiden Metallklammern eingehakt. Teilweise liegen den Bremsbelägen Klammern bei, an denen kein Kabel eingehakt werden kann. In diesem Fall die alten Klammern verwenden.
Wenn man die Arbeiten auf beiden Seiten beendet hat, montiert man die Räder, läßt das Fahrzeug auf den Boden ab und zieht die Räder fest. Dann startet man den Motor und tritt - sobald Druck aufgebaut ist - die Bremse mehrmals stark durch. Dann hält man das Bremspedal unten und zieht mehrmals hintereinander die Handbremse an. Jetzt sollte der Weg des Handbremshebels nur noch etwa die Hälfte des Gesamtwegs betragen und die Bremse etwa ab der 4. Raste ziehen.
Noch einmal zur Erinnerung: Arbeiten an Bremsen sollte man nur durchführen, wenn man mit der Sache vertraut ist. Bei der kleinsten Unsicherheit sollte man die Finger davon lassen, oder die Arbeit von oder mit einem erfahrenen Kollegen durchführen. Es geht schließlich um sicherheitsrelevante Teile !
Viel Spaß (wenn auch mit leicht gehobenem Zeigefinger) wünscht die
BX-Basis
